Bosch Combi Drehmaschine.

Die Drehmaschine war schon immer ein Traum von mir gewesen. Nach langer Suche und vielen Fehlschlägen konnte ich dieses Teil bei einer Internet-Auktioplattform für eine erträgliche Summe ersteigern. 

Bis Dato wußte ich zwar aus meiner aktiven Militärzeit, Ende der 70zigerJahre, dass auch bei der Bundeswehr das Bosch Combi System im Einsatz war. Allerdings nur im stationären Bereich der Kompaniegebäude.

Dass auch der Truppe dieses System zur Verfügung stand war mir unbekannt. 

Das System hat sowohl die Komponenten aus den Anfangszeiten (Bandsäge), den Teilen der späten 50ziger Jahren, als auch die neuen Komponeten aus den 60ziger Jahren vereint.

Bandsäge, Bandschleifer und Dekupiersäge, sowie der kleine Sägetisch und die Abrichthobelwalze sind noch aus den 50ziger Jahren. Zur Benutzung ist unbedigt der Spindelstock erforderlich.

Die neuen Ausrüstungsmerkmale, wie der große Sägetisch mit Wanknuteinrichtung und der dazu gehörende Tischhalter sind aus den 60ziger Jahren.

In den beiden Koffern ist alles für kleine Metall- und Holzarbeiten untergebracht.

 

Eine Beschreibung dieser Maschine finden sie auch auf einer englischen Webseite. 

http://www.lathes.co.uk/bosch/

 

 

Auszug aus der Bedienungsanleitung für die Drehmaschine. -->> Klick

Hier ist der grundsätzliche Aufbau des Spindelstockes mit dem Tischträger zu sehen. -->>  Klick

 

Hier ein kleines Video von einer Drehmaschine mit originalem Antrieb.  -->> Klick

Hier ein weiteres kleines Video einer handelsüblichen Maschine.   -->> Klick

 

 

Beschreibung

Auszug einer Beschreibung aus dem Jahre 1957.

Die komplette Bedienungsanleitung finden sie unter der entsprechenden Rubrik.

In der Kiste 1 von 2 sind die Zusatzgeräte aus den 50ziger Jahren untergebracht. Als Anriebsmaschine war der Bosch-Handmotor EW/UBJ 54/19 mit 140 Watt Aufnahmeleistung und 50 Watt Abgabeleistung vorgesegen, Der entweder direckt oder über das Riemenvorgelege gekoppelt wurde.
In der Kiste 2 von 2 ist die Drehmaschine mit allem Zubehör aus den 60ziger Jahren untergebracht.
Hier das Zusatzgerät Bandsäge. Sie ist in der Kiste 1 von 2 im Deckel untergebracht.
Die Bosch Combi Drehmaschine.
Sie wird auf der Kiste 2 auf dem Deckel befestigt. Dazu sind von der Innenseite des Deckels Einschlagmuttern verbaut.
 
Die originalen Handkurbeln waren aus einer Aluminium Gusslegierung und beim Auspacken der Maschine zerbrochen.
Die neuen Handkurbeln habe ich aus Stahl gefertigt und einstellbare Skalenringe angefertigt.
 
Techn. Daten der Maschine.
Spitzenhöhe:           95mm
Durchmeser Max.: 190mm
Spitzenweite:          320mm  mit langem Rohr: 850mm.
 
Als Antrieb verwende ich bei dieser Drehmaschine eine Bosch-Bohrmaschine  "M41 S". Die Maschine hat kein Schlagwerk.
Es handelt sich um eine 4 Gang Bohrmaschine mit 2 mechanischen Gänge und 2 elektrischen Gänge.
Die elektrischen Gänge werden durch einen Schalter und eine Leistungsdiode realisiert. Dadurch läuft der Motor nur mit einer Halbwelle und die Drehzahl sowie die Leistung reduzierten sich um ca. die Hälfte.
Maximal-Leistung: 400 Watt.
Der Anschaffungspreis nur für die Drehmaschine (Spindelstock, Drehfutter, Kreuzsupport, Reitstock, Stahlhalter und Führungsrohr) lag 1964 bei 530,-DM und 1969 bei 640,- DM.
 
Der Preis für eine Spannzange lag damals zwischen 10,70 und 12,50 DM.
Die Mitlaufende Drehbankspitze kam auf 27,- DM.
Es sind unzählige Kleinteile in dieser Kiste untergebracht. Diese Kleinteile machen nochmal einen stattlichen Beschaffungspreis aus.
 
Wenn man alles zusammen zählt, kommt man gut und gerne auf einen Preis von ca. 1200,-  bis 1500,- DM, nur für die Teile im Koffer 2. allerdings ohne die Antriebsmaschine.
Die Teile im Koffer 1 konnte ich nicht ermitteln, da diese aus einer früheren Produktion stammen, die Anfang der 60ziger Jahre eingestellt wurde.
1965/69 waren diese Teile in den Katalogen nicht mehr zu finden und im Handel auch nicht mehr erhältlich.
Alles hat seinen Platz und ist für den Transport gut geschützt. Ursprünglich war da ein Handmotor von Bosch dabei mit 140 Watt Aufnahme-Leistung.
Die zweite, etwas dünnere Stange hinter der Führungsstange, ist die Aufnahme für die Kopiereinrichtung.
Bei verschiedenen Ausstellungen wird die Maschine vorgeführt.
Der Stahlhalter kann in der Höhe justiert werden.
Das Drehfutter ist von der Fa.Röhm und wurde mit dem Bosch-Logo ausgeliefert.
Das Futter wird direkt ohne Zwischenflansch auf die Drehspindel aufgeschraubt.
Aufnahmegewinde ist M14 x 1,5mm .
 
Für einen Freund, der auch eine Bosch-Combi Drehmaschine hat, habe ich einen Flansch für ein 80mm Drehfutter angefertigt.
Mehr dazu finden sie unter Ersatzteile.
Mit der Zusatz-Schleifscheibe werden auch zwei zusätzliche Antrieb-Stufen zur Verfügung gestellt.
So stehen neben den 4 Gängen der Bohrmaschine noch insgesamt 6 unterschiedliche Übersetzungen zur Verfügung.
Das ist die Antriebscheibe, sie wird direkt auf die Bohrmaschinenspindel geschraubt.
Spindelstock mit Drehfutter und Kreuzsupport.
Die beiden Bohrungen für den Spannschlüssel sitzen auf einem Lochkreis von 28mm. die Bohrungen haben einen Durchmesser von 4,5mm.
Reitstock. Die Alumutter auf der Reitstockpinole ist nur zum Schutz des Gewindes.
In der Nabe ist ein Gewinde für die Bohrmaschinenspindel. Hier habe ich eine Spannmutter für das Bosch Combi mit Buchsenkleber eingeklebt. Man kann auch direkt ein Gewinde UNF 1/2" x 20 Gang einschneiden.
Original wird die Antriebscheibe mit einem 6mm Spannstift im Bohrfutter des Bosch Handmotors gehalten. Das baut aber zusätzliche Länge auf.
Hier habe ich eine kleine Zeichnung der Antriebscheibe erstellt. Die Maße sind Millimeter-Angaben.
Bitte auf das Bild klicken um es zu vergrößern.

Die Zusatzgeräte.

Diese sind teilweise nur mit dem Spindelstock verwendbar.

Die Dekupiersäge kann auch mit einem Zusatzhalter und einem kurzen Rohrstück unabhängig vom Spindelstock genutzt werden.

Riemenvorgelege und kleiner Sägetisch für Sägeblätter bis 125 mm. Der Tisch ist nicht schwenkbar, aber in der Hohe enstellbar.
Eine Verwendung ist nur mit dem Spindelstock möglich.
Großer Sägetisch, für Sägeblätter bis 150 - 160 mm. Der Tisch ist bis 45° schwenkbar.
Um die Wanknutsägeeinrichtung zu nutzen, gab es einen zusätzlichen Verlängerungsbolzen,(siehe Ersatzteile) der den nötigen Abstand zum Spindelstock herstellte.
Die Bandsägevorrichtung. Sägebandmaße = 0,4 x 6 x 880 mm.
Dieses Zusatzgerät war schon Bestandteil des allerersten Bosch Combi. Eine Verwendung ist nur mit dem Spindelstock möglich.
Die Rückseite der Bandsäge.
Die Dekupiersäge.
Sie kann auch unabhängig vom Spindelstock genutzt werden. Dazu wird ein Rohrhalter und ein Maschinenhalter sowie ein kurzes Stück Rohr benötigt.
Weiterhin ist  ein Einspannschaft mit dem Aufnahmegewinde M14x1,5mm notwendig.
Es können Laubsägeblätter und auch Stichsägeblätter eingespannt werden.
Das obere Führungsrohr ist Niederhalter und Sägeblattführung gleichzeitig. Durch eine kleine Luftpumpe wird der Staub durch dieses Rohr weggeblasen.
Für die Dekupier-und Stichsäge gab es eine extra Bedienungsanleitung.
Der Bandschleifer ist nur in Verbindung mit dem Spindelstock verwendbar. Schleifbandbreite 30mm.
Wirklänge der Schleifbänder 600mm.
Eine Verwendung ist hier auch nur in Verbindung mit dem Spindelstock möglich.
Diese Anleitung stammt auch aus dem Jahre 1957.

Ich habe mir aus handelsüblichen Schleifbändern, mit der entsprechenden Länge, 30mm breite Streifen abgeschnitten. 

Wenn man etwas im Internet stöbert, dann findet man auch Lieferanten, die diese Bänder noch liefern können.

z.B. hier. https://www.schleiftitan.de/products/eisenblatter-schleifband-edelkorund-1?variant=46190293064

Abricht- Hobeleinrichtung. Der kleine Sägetisch wird gedreht aufmontiert.
Verwendbar nur mit dem Spindelstock.
Bitte unbedingt den Schutzkasten verwenden.
Zum Höhenausgleich stehen 2 unterschiedlich dicke Beilagebleche zur Verfügung.   0,5mm und 1,0mm.
Die Bleche werden hinter der Hobelwalze eingehängt.
Tellerschleifer im Einsatz.
Tellerdurchmesser 125mm.
Zusatz-Schleifscheibe mit Abdeckung.
Spannzange in der Hauptspindel. Die Zangen spannen bis max. 6mm.
Hier ist auch wieder die selbst gefertigte Alumutter für den Gewindeschutz aufgeschraubt.
Bohrfutter in der Reitstockpinole. Dort können auch die Spannzangen eingesetzt werden.
Modifiziertes Bohrfutter. Maximalspannung 10mm. Durchspannmöglichkeit 8mm.
Unterschiedliche Spannzangen von 2mm bis 6mm um 0,5mm steigend.
Rollkörner und verschiedene Drehspitzen.
Sonstiges Zubehör.
Mitnehmer für die Drehglocke, Verschiedene Gabelschlüssel und Stiftschlüssel einfaches Bohrprisma und Bohrfutter.
Drehfutter und großes Bohrfutter, daneben eine Drehglocke.
Ganz links in der Ecke, das ist der Abtaststift für die Kopiereinrichtung.

Selbst angefertigtes Zubehör.

Ein Bohrfutter dass bis 10mm spannt.
Es wird an Stelle einer Spannzange eingeschraubt.
Ein weiteres Bohrfutter, welches bis 10mm spannt.
Bei diesem habe ich ein original Bohrfutter von einer Bosch Bohrmaschine verwendet. Das originale Gewinde mit 1/2" x 20 Gang UNF habe ich vergrößert und ein Gewinde mit M14 x 1,5mm eingeschnitten. Der Passsitz hat einen Durchmesser von 16mm. Das Bohrfutter passt sowohl auf den Spindelstock und auch auf den Reitstock der Drehmaschine.
Das Bohrfutter ist mit 8mm durchbohrt, dadurch ist es möglich längere Bohrer bis 8mm Durchmesser zu spannen.
Weiterhin hat das Bohrfutter eine Spannkapazität von max. 10mm.
Links der originale Verlängerungsbolzen für die Drehmaschine und rechts der Nachbau.
Das Teil wird benötigt um, auf der Bosch-Combi Drehmaschine, die Wanknuteinrichtung zu verwenden.
Das Aufnahmegewinde in der Bohrung ist M14 x 1,5mm.
Auf der anderen Seite ist ein Gewinde für die Spannmutter 1/2" x 20Gang UNF.

Kopiereinrichtung

Zu der Bosch-Combi Drehmaschine gibt es auch eine Kopiereinrichtung.

Eine paralelle Führung zum Führungsrohr (Kopierträgrachse) ist die Basis.

Darauf wird dann der Kopierträger aufgespannt und als Muster dient entweder ein Originalteil oder eine Blechschablone.

Das Muster wird durch eine Fühlstift, der nachstellbar ist, abgegriffen.

Es kann immer nur eine Richtung am Kreuzsupport abgegriffen werden.

Soll Längs kopiert werden, so mußte die Zustellspindel des Planschlittens ausgehängt werden. 

Als Zustellung dient ein Gelenkhebel der mit Gefühl an das Muster angedrückt wird. Der Längsvorschub erfolgte über die Spindel vom Oberschlitten.

Beim Plankopieren wird ein Querträger montiert und der Fühlstift wird an einem speziellen Träger (Fühlstifthalter) der auf dem Oberschlitten sitzt, angesetzt.

Die Spindel vom Obersupport wird ausgehängt und der Gelenkhebel wird eingesetzt.

Die Abtastung erfolgt immer vom großen Durchmeser zum kleinen Durchmesser.

Beim Plankopieren immer vom höheren auf den tieferen Punkt abtasten.

 

Schauen sie sich die Bilder an, dann wird das deutlich.

Fühlstift am Oberschlitten montiert Kopierträger und Kopiermuster.
Der Kopierträger ist auf der Kopierachse befestigt.
Ausgehängte Planspindel und Gelenkhebel zur Abtastung.
Fühlstift in Kontakt.
Einrichtung zum Plankopieren.
Auf der Kopierträgerachse ist der zusätzliche Querträger befestigt und auf diesem der Kopierträger. Der nachstellbare Fühlstift ist im Fühlstifthalter montiert, der auf dem Obersupport befestigt wurde.
Ausgehängte Obersupportspindel und Gelenkhebelvorschub.
Einzelteile der Kopiereinrichtung.
 
Einzelteile von oben nach unten mit Nr. der Bedienungsanleitung.
- 54-4 Querträger mit 54-2 Kopierträger.
- 54-1 Kopierträgerachse.
- 54-6 Fühlstifthalter zum Plankopieren.
- 54-3 Gelenkhebel.
- 54-5 Fühlstift mit Klemmstück.
 
Eine Bedienungsanleitung aus dem Jahre 1957.