Das Bosch Combi

Hier entsteht ein Überblick über die verschiedenen Ausführungen des Bosch Combi Gerätes.

Von den Anfängen in den frühen 50ziger Jahren bis zum Ende der Produktion Anfang der 80ziger Jahren.

In den Überganszeiten der einzelnen Entwicklungsstufen wurde die alte Ausführung auch in der neuen Farbgebung ausgeliefert.

Es gab also auch Maschinen der dritten Generation in der Farbgebung der vierten Generation.

Alle Teile der unterschiedlichen Epochen lassen sich teilweise untereinander austauschen.

 

The Bosch Combi

Here is an overview of the different versions of the Bosch Combi device.

From the beginnings in the early 50s to the end of production in the early 80s.

In the transition periods of the individual development stages, the old version was also delivered in the new colour scheme.

So there were also machines of the third generation in the colour scheme of the fourth generation.

All parts of the different epochs are partly interchangeable.

Bosch Combi in der ersten Ausführung:

Anfang bis Mitte der 50ziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde dieses Gerät entwickelt.

Es war die Zeit des Wirtschaftswunders. Die arbeitende Bevölkerung hatte durch die Arbeitszeitregelungen und Tarifverhandlungen der Gewerkschaften plötzlich mehr Freizeit. Dienstleistungen von Handwerkern wurden teurer. Plötzlich war es angesagt, zu Hause selbst Hand anzulegen.

Die Entsprechenden Maschinen für den Profi-Handwerker waren für die Mehrheit der Bevölkerung unerschwinglich und auch nicht unbedingt nötig.

Die Fa. Bosch hatte das schon früh erkannt und entsprechend Geräte, welche mit einer Bohrmaschine angetrieben werden konnten, entwickelt.

Das Teure an den Werkzeugmaschinen war damals der Antriebsmotor, desshalb wurde nur ein Antrieb benötigt um viele unterschiedliche Gerätschaften zu betreiben.

Die Farbe damals  - Silbergrau.

 

Bosch Combi in the first version:

This device was developed at the beginning to middle of the 50s of the last century.

It was the time of the economic miracle. The working population suddenly had more free time thanks to the working time regulations and collective bargaining by the unions. Services of craftsmen became more expensive. Suddenly it was the order of the day to do things at home yourself.

The corresponding machines for the professional craftsman were unaffordable for the majority of the population and also not absolutely necessary.

The Bosch company had recognized this at an early stage and developed corresponding devices that could be driven by a drill.

At that time, the expensive machine tools were the drive motor, therefore only one drive was needed to operate many different devices.

The colour at that time - silver-grey.

 

Bosch Combi die Erste Ausführung.
© Geoff.Baker Tucson/Arizona

Die zweite Entwicklungsstufe:

Ende der 50ziger Jahre bekam das Gerät einen Spindelstock aus Temperguss, auf dem alle Zusatzgeräte aufgebaut werden konnten.

Das war ein soliedes Gerät. Die Lagerung der Motorspindel der Antriebmaschine wurde nicht übermäßig belastet, da sie nicht direkt mit dem Werkzeug verbunden war.

Die Zuatzgeräte der ersten Ausführung waren alle auf den Spindelstock abgestimmt und konnten auch mit diesem betrieben werden.

Die Welle im Spindelstock war stabiel und in ausreichend dimensionierten Lagern gehalten.

Die Farbgestaltung war damals - Hammerschlag-Grün.

 

The second stage of development:

In the end of the 50's the machine got a headstock made of tempered cast iron on which all additional equipment could be mounted.

This was a solied device. The bearing of the motor spindle of the driving machine was not excessively loaded, since it was not directly connected to the tool.

The auxiliary devices were all matched to the headstock and could only be operated with it.

The shaft in the headstock was stable and held in sufficiently dimensioned bearings.

The colour scheme at that time was - hammer blow green.

Spindelstock der zweiten Entwicklungsstufe. Der Rest ist aus der dritten Stufe dazu kombiniert.

Die dritte Entwicklungsstufe:

Der Kostendruck machte auch vor der Fa. Bosch nicht halt. Das Bosch-Combi-System wurde vereinfacht. Der Spindelstock fiel weg.

Anfang der 60ziger Jahre wurde der Maschinenträger und der seperate Tischhalter aus Alu-Druckguss entwickelt. Die Bohrmaschinen waren leistungsfähiger und die Spindellagerung an der Bohrmaschine war stärker und erlaubte den Einsatz von 150mm Sägeblättern.

Die Zusatzgeräte für den Spindelstock konnten hier nicht mehr verwendet werden. Es wurden neue Zusatzgeräte entwickelt.

Der Spindelstock war nur noch Bestandteil der Drehmaschine, oder als Zubehörteil zum Ausbau zur Drehmaschine zu beziehen.

Die Farbgestaltung jetzt - Hammerschlag-Anthrazit.

 

The third stage of development:

The cost pressure didn't stop at Bosch either. The Bosch Combi-System was simplified. The headstock was dropped.

At the beginning of the 1960s, the machine carrier and the separate table holder were developed from die-cast aluminum. The drills were more powerful and the spindle bearing on the drill was stronger and allowed the use of 150mm saw blades.

The auxiliary equipment for the headstock could no longer be used here. New attachments were developed.

The headstock was only a component part of the lathe, or could be purchased as an accessory for upgrading to a lathe.

The colour scheme now - hammer blow anthracite.

Ende der dritten Entwicklungsstufe wurde schon die Neuzeit eingeläutet. Die Sägeblatt-Schutzhaube hatte schon die neue Form.

Die vierte Entwicklungsstufe:

Dies war auch die letzte Stufe bevor die Produktion eingestellt wurde.

Der Unterschied zwischen dritter- und vierter Entwicklungsstufe war eine Änderung der Zusatzgeräte, insbesondere der Hobeleinrichtung. Dadurch war der Durchbruch im Sägetisch nicht mehr notwendig. Eine Schnellkupplung (S 57) wurde eingeführt. Das Sägeblatt konnte eingespannt bleiben, wenn die Antriebsmaschine an einem anderen  mobilen Vorsatzgerät benötigt wurde.

Die Farbgestaltung jetzt - Chremweis

 

The fourth stage of development:

This was also the last stage before production was stopped.

The difference between the third and fourth development stage was a change in the accessories, especially the planing equipment. This meant that the breakthrough in the sawing table was no longer necessary. A quick coupling (S 57) was introduced. The saw blade could remain clamped when the drive unit was needed on another mobile attachment.

The colour scheme now - creamy white

Die Krönung des Systemes ist die Drehmaschine, welche schon ab der zweiten Entwicklungsstufe zu realisieren war.

Es ist ein vollwertige kleine Mechaniker-Drehmaschine, mit der erstaunlich genau gearbeitet werden kann.

Hier die Ausführung für die Deutsche Bundeswehr.

Farbgestaltung -  Gelb Oliv -  RAL 6014

 

The crowning glory of the system is the lathe, which could be realized already from the second development stage.

It is a full-fledged small mechanic's lathe, with which astonishingly precise work can be done.

Here the version for the German Federal Armed Forces.

Colour design - yellow olive -   RAL 6014

Diese Ausführung entspricht weitestgehend der Zweiten und der Dritten Entwicklungsstufe.

 

Leider hat dieses System den Wandel der Zeit nicht überlebt.

Als die Bau- und Heimwerkermärkte wie Pilze aus dem Boden schossen und  Werkzeugmaschinen mit angebautem Motor bezahlbar wurden, da hat sich niemand mehr für diese Geräte interessiert.

Diese Kombinationen gab es nicht nur von Bosch.

Alle großen Hersteller in Deutschland hatte so etwas, allerdings nicht so umfangreich im Angebot. Ob das nun die Firmen   AEG, Metabo oder Black & Decker  waren.

Auch Versandhäuser, wie Neckermann, Quelle und Ottoversand haben teilweise unter eigenem Label (Neckermann=Bullcraft, Quelle=Uniropa und Otto=Hanseatic) Vorsatzgeräte vertrieben.

Neckermann sogar original Bosch- Bohrmaschinen unter Bullcraft-Label.

Das Bosch-Combi System war allerdings in dieser Hinsicht einzigartig.

In Polen wurden diese Teile mit Bosch-Lizenz von Celma, unter eigenem Label vertrieben. 

Einige Teile wurden sicherlich nicht in Deutschland hergestellt. Zum Beispiel der Bohrständer S5 war "made in Tschechien".

 


Unfortunately, this system has not survived the changes of time.

When DIY and home improvement stores sprang up like mushrooms and machine tools with attached motors became affordable, nobody was interested in these devices anymore.

These combinations were not only available from Bosch.

All the major manufacturers in Germany had something like this, but not as extensive. Whether it was the companies AEG, Metabo or Black & Decker.

Also mail-order companies like Neckermann, Quelle and Ottoversand sold attachments partly under their own label (Neckermann=Bullcraft, Quelle=Uniropa and Otto=Hanseatic).

Neckermann even sold original Bosch drilling machines under Bullcraft label.

The Bosch-Combi system was unique in this respect, however.

In Poland, these parts were sold with Bosch license from Celma, under its own label. 

Some parts were certainly not made in Germany. For example, the S5 drill rig was "made in the Czech Republic".




 

Sicherlich konnte sich nicht jeder Heimerker zur damaligen Zeit dieses System in der vollen Ausbaustufe leisten.

Die Anschaffungskosten für eine komplette Drehmaschinen-Ausstattung, mit allem drum und dran, lagen in den 60ziger Jahren bei ca. 1500,- bis 2000,- DM ohne Antrieb.

Für das doppelte bekam man schon einen VW Käfer.

Deshalb ist die Drehmaschine auch sehr selten auf dem Gebrauchtmakt zu finden.

Die Ausstattung zur Holzbearbeitung war wesentlich weiter verbreitet und wird auf den einschlägigen Auktionsplattformen noch gelegentlich angeboten.

Eine Grundgerät S1 mit Koffer ist heute für weit unter 100,- €  zu bekommen.

 

Certainly not every do-it-yourselfer at that time could afford this system in its full expansion stage.

The acquisition costs for a complete lathe equipment, with all the trimmings, were in the 60s at about 1500,- to 2000,- DM without drive.

For twice that amount you could already get a VW Beetle.

Therefore the lathe can be found very rarely on the second-hand market.

The equipment for woodworking was much more widespread and is still occasionally offered on the relevant auction platforms.

A basic unit S1 with case is available today for far less than 100,- €.